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Schotten-Märsche begeistern (Rheinische Post)

Wesel (RP) Das Publikum in der Weseler Niederrheinhalle war Samstagabend restlos begeistert von der Musikschau der 90-köpfigen Gruppe Highland Valley Pipes & Drums. Evergreens und Tänze rissen die Zuhörer von den Stühlen.

RP-Foto: Koster

Eine zweigeschossige Schlosskulisse mit Türmen und Zinnen zaubert eine mittelalterlich-märchenhafte Atmosphäre in den Saal. In Nebeldunst gehüllt und von Scheinwerfern gespenstisch erhellt rahmt ein großer Torbogen vier düstere Gestalten in Kapuzenmänteln. Musik ertönt, begleitet vom hellen und klaren Gesang zweier Frauenstimmen, und löst die unheimliche Szenerie in Wohlgefallen auf. Als das Lied verklungen ist, sind aus dem Hintergrund Trommeln zu hören. Angefeuert von rhythmischen Schlägen marschieren mehr als 30 Dudelsackspieler und etwa ebenso viele Trommler musizierend durch die Schlosspforte in den Saal ein.

Die traditionelle Kleidung mit Kilt gehörte für die
So begann die große "Musikschau Schottland" Samstagabend in der Niederrheinhalle. Beim erhebenden Klang der bagpipes und drums ging Fans schottischer Musik das Herz auf. Beeindruckend war es, was die Highland Valley Pipes & Drums bei ihrer Musikschau boten. Rund 90 Musiker, Tänzer und Sänger standen im Rampenlicht und erhellten Streiflichtartig Kapitel aus der britischen Musikgeschichte. Evergreens und Tänze aus Schottland und Irland rissen die Zuhörer von den Stühlen.

Wenn die Dudelsäcke loslegten, übertönten sie alles. In den Spielpausen brandete tosender Applaus durch die Halle. Die traditionelle Kleidung mit Kilt gehörte für die "Schotten", die in Wirklichkeit aus den Niederlanden kommen, selbstverständlich zum stilechten Auftritt dazu.

Musikalisch wurde Vielfalt geboten. Unter den gespielten Stücken waren so bekannte und beliebte wie "Amazing Grace" und "Highland cathedral". Spätestens bei letzterem dürfte manchem Musikfreund ein wohliger Schauer über den Rücken gelaufen sein angesichts der gewaltigen Klangkulisse. Pipes & Drums sowie gesungene Balladen und fröhliche Tänze versetzten das Publikum direkt auf die "grüne Insel" beziehungsweise ins schottische Hochland. Irische und schottische Tänze wurden gegenübergestellt und die Unterschiede anschaulich gemacht. Kleine Szenen mit emotionalen Inhalten wie Abschied und Widerstand, aber auch Schwerttänze in Erinnerung an die kriegerische Vergangenheit der Schotten wurden vorgeführt.

Solo der Trommler

Auch die Trommler hatten Gelegenheit ihr Können solo vorzuführen. Dem metallisch hart klingenden Rhythmus und dumpfen Paukenschlägen konnte man sich nicht entziehen. Das Publikum applaudierte stehend und forderte lautstark Zugaben.